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Young Experts

Ausflippen auf hohem Niveau am Schauspiel Essen

Die Idee

Was macht einen Experten aus? Wer bestimmt, wer ein Experte ist? Bist Du ein Experte? Für was? Was tust Du leidenschaftlich gerne? Und warum sollten wir diesen Bereich nicht als Expertise anerkennen? Ausgehend von diesen Fragen reflektieren die Young Experts (Teilnehmende in den Projekten des Theaterlabors und weitere interessierte Jugendliche) eigene Fähigkeiten, vertiefen vorhandenes Wissen und eignen sich mittels performativer Forschungsaufträge ihre Stadt sowie ihren selbstgewählten Expertenbereich an.
Das Format Young Experts entwickelt sich ständig weiter. Seit 2010 wurden Theateraktionen erschaffen, Veranstaltungen erdacht und umgesetzt, Festivals organisiert und begleitet sowie der ganze Prozess gemeinsam reflektiert. Die Young Experts sind eine Gemeinschaft von theaterinteressierten jungen Menschen, die sich für kulturelle Bildung engagieren.


Theateraktionen

Unter dem Motto: “Die Expertenrolle ist eine Behauptung – Sie müssen aktuell kein Wissen in Ihrem gewählten Fachbereich haben.” erforschen die Young Experts im Rahmen von Tagungen, Pressekonferenzen, Speeddating, World Café, Diskussionsrunden, Interventionen und Flashmops sich selbst und die Welt um sich herum.
Sie spielen mit Grenzen, irritieren ihre Mitmenschen, indem sie sich z.B. in Zeitlupe oder singend durch die Stadt bewegen. Sie erleben sich als Teil einer Gemeinschaft, die sich positioniert und mit erwachsenen Experten über ihre Vorstellungen diskutiert.


Schultheatertage 2011 & 2012

Mit dem Ziel, dass sich möglichst alle beteiligten Schülerinnen und Schüler kennenlernen und eine Schul- und Altersübergreifende Festivalgemeinschaft bilden, werden Gruppen “zusammengelost”, die von den Young Experts begleitet werden. Diese Gruppen hängen zwischen den Vorstellungen zusammen ab, sie sprechen über die Stücke und ihre Theatererfahrungen. Wenn sie Lust haben entwickeln sie Aktionen in der Öffentlichkeit und werden damit sichtbar. Aus diesen entsteht dann zum Abschluss des Festivals eine gemeinschaftliche Performance mit allen Festivalteilnehmern.


Unruhr Festival 2012

Aus dem Rahmenprogramm: Die Essener Innenstadt wird zum Klassenzimmer, Jugendliche aus den Jugendclubs der Schauspielhäuser im Ruhrgebiet (be)lehren Passanten und sich gegenseitig. Fächer wie Geschichte, Literatur, Physik und Sport stehen neben bildungspolitischen Forderungen nach Lernfreiheit und Methodenoriginalität auf dem Stundenplan. Den roten Faden bildet das Lied „Von den blauen Bergen kommen wir…“, das die Schulklasse von einer in die nächste Unterrichtseinheit begleitet. Sie malen, schreiben, spielen, animieren und präsentieren Themen auf der „Bühne Stadt“, die sie aus der Schule kennen und haben sichtlich Spaß am lebendigen Lernen.

Die interaktive Lernperformance entstand als Antwort auf die Frage des Workshops „Anstattt Schule“: Wie lassen sich Arbeitsweisen aus den Probenprozessen am Theater in der Schule zur Vermittlung konkreter Unterrichtsinhalte anwenden? Einen stadt- und schulübergreifenden Reflexions- und Austauschprozess zwischen jugendlichen Experten für die Schule (weil sie diese seit Jahren besuchen) und für das Theater (weil sie intensiv an einer Theaterproduktion gearbeitet hatten) anzuregen, war die Zielsetzung dieses Experiments. In der Stadt als Bühne wurden die performativen Ideen zur Unterrichtsgestaltung lebendig. Die besondere Faszination dieses Lernraumes entsteht durch die gelichzeitige Präsenz von Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und Generationen sowie die Zufälligkeit und Flüchtigkeit der Begegnungen. Unterhaltung, Irritation und Interaktion können sich unvorhersehbar abwechseln und bilden eine kreative Spannung für die Performance.


Young Experts Camp

Für zwei Spielzeiten haben Jugendliche des Theaterlabors als Young Experts das Leben am Schauspiel Essen aktiv mitgestaltet, Festivals organisiert und Aktionen im öffentlichen Raum geplant und durchgeführt. Mit einer differenzierten Reflexion zu ihrer Rolle am Schauspiel Essen ermitteln sie ihren weiteren Entwicklungsraum, zeichnen Zukunftsperspektiven und entwickeln neues Verantwortungsbewusstsein.
Für zwei Tage verlassen sie das Schauspiel, um sich mit einigem Abstand in der Gruppe und ganz individuell folgende Fragen zu stellen: Was ist Theater für Dich? Warum machst Du Theater? Wie verändert Theater Dein Leben? Entstehen für Dich daraus Zukunftsperspektiven? Was bedeutet Freundschaft für Dich am Theaterlabor? Theaterlabor ohne professionelles Theater, wie wäre das? Wer ist Dein Publikum? Warum kommt das Publikum?Wofür braucht das Theaterlabor das Theater? Und umgekehrt? Was erwartest Du von der Theaterpädagogik, was erwartest Du von Dir? Welche Welt(en) lernst Du durch das Schauspiel Essen kennen? Welche Möglichkeiten bietet Dir das Schauspiel Essen? Wie beeinflusst Dein Engagement das Theaterlabor, das Schauspiel Essen und den Bereich Kulturelle Bildung? Was bringt Kulturelle Bildung für den Einzelnen und die Gesellschaft?

Konzeption und Leitung

Theaterpädagogik am Schauspiel Essen
Frank Röpke und Katharina Feuerhake
Projektschneiderei
Christine Bargstedt

Auftraggeber

Theater und Philharmonie Essen

Projektlaufzeit

Dezember 2010 bis Juli 2014

Projektbilder