Arts for Education! – Jugendsymposium

Was ist für mich Kultur? Was ist meine Kultur? Wie bildet mich Kultur? Wie bilde ich Kultur? Wo treffe ich Kultur? Wo trifft mich Kultur?

Die Idee

100 Jungendliche aus 34 europäischen Ländern und Israel treffen sich zum Jungendsymposium Arts for Education! in Essen. Sie formulieren ihre Antworten auf noch offene Fragen zum Werden und Wirken kultureller Bildung und vertreten in einem Dialog mit den erwachsenen Experten des Internationalen Symposiums die Perspektiven der Zielgruppe.

Das Jugendsymposium Arts for Education! fand im Zusammenhang mit dem internationalen Symposium Arts for Education! statt. Hier tauschten sich rund 300 Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik über unterschiedliche europäische Systeme und Modelle kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche aus.


Der Ablauf

Mit dem Beginn des Kulturhauptstadtjahres 2010 startet die Arbeit mit den Jugendlichen. Je zwei internationale Jugendliche pro Land sowie 30 Jugendliche aus Essen bilden die Gruppe Arts for Education! auf der Internetseite www.pasch-net.de, einem Projekt des Goethe-Instituts, um sich kennenzulernen und thematisch vorzubereiten.

Die Essener Jugendlichen übernehmen eine Gastgeberrolle und bereiten an drei Workshoptagen und mehreren individuellen Kleingruppentreffen den zentralen Programmpunkt „Ruhrtouren zu Kulturorten“ vor.

Dazu beschäftigen sich die Essener Jugendlichen mit interessanten „Kulturorten“ in den Ruhrgebietsstädten und ordnen sich folgenden fünf künstlerischen Schwerpunkten des Jugendsymposiums zu: Raum und Architektur, Tanz und Bewegung, Literatur und Sprache, Musik und Film sowie Kulturgeschichte und Medienkunst. Nach individuellen Treffen zum inhaltlichen Schwerpunkt und zu interessanten „Kulturorten“ legen die Kleingruppen beim zweiten Workshop Ende Juni die „Ruhrtour“ zu ihrem künstlerischen Schwerpunkt fest und lernen „ihren“ Künstler kennen. Die Villa Hügel in Essen ist für die Jugendlichen genauso unentbehrlich, wie die Veltinsarena in Gelsenkirchen oder das Museum für Lichtkunst in Unna.

Für das Jugendsymposium im September entscheiden sich die internationalen Jugendlichen für einen der Schwerpunkte. Die von den Essener Jugendlichen vorbereiteten “Ruhrtouren” in den Schwerpunktthemen münden in einem Künstlerworkshop. Die am Projekt beteiligten Künstler sind: Angela Uttke (Architektin) für „Raum und Architektur“, Tobias Ehinger (Manager des Ballett Dortmund) für „Tanz und Bewegung“, Jörg Albrecht (Autor) für „Literatur und Sprache“, Connie Müller (Medienkünstlerin) für „Musik und Film“ sowie Catrine Val (Medienkünstlerin) für den Schwerpunkt „Kulturgesichte und Medienkunst“.

Während des Jugendsymposiums geht es darum, alle Jugendlichen aktiv einzubeziehen. Sie werden aufgefordert Aufgaben zu erledigen, die ihr Leben mit den Themen des Jugendsymposiums in Beziehung setzen. Das Jugendsymposium selbst ist als Plattform konzipiert, welche die Diskussion zur kulturellen Bildung auf unterschiedlichen Ebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven ermöglicht.

Auf dem Internationalen Symposium Arts for Education! präsentieren alle Jugendlichen gemeinsam ihre Forderungen und Erwartungen an kulturelle Bildung in Europa und vertreten diese im Dialog gegenüber Politiker, Wissenschaftlern und Praktikern auf den Podien. Mit einer Bühnenpräsentationen, einer Ausstellung, einem Internetauftritt und mit Kurzfilmen unterstreichen sie ihre Forderungen und platzieren sie interaktiv während dem gesamten Symposiums.

Im Rahmen der Ausstellung „inter-cool 3.0“ im Dortmunder U sind die Ergebnisse bis Ende 2010 einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.


Die Ergebnisse

„Jeder braucht Raum in der Schule, um ein Held zu sein!“

Die Jugendlichen wünschen sich, dass Erwachsene sie ernst nehmen und Lehrer ihnen
Freiräume geben, um selber aktiv zu werden. Sie fordern Bildungspolitiker auf, das System der Schule grundsätzlich zu überdenken. Ihre Ziele sind die Entwicklung neuer Bewertungssysteme, die Gleichberechtigung aller Fächer, lebensnaher und qualitativ hochwertiger Unterricht sowie weniger Leistungsdruck. Von ihren Lehrern erwarten sie, dass sie sich weiterbilden und bereit sind von Schülern zu lernen.

Kulturelle Bildung spielt in der Schule der Zukunft eine entscheidende Rolle. Schülerinnen und Schüler werden mit ihren kulturellen Interessen ernst genommen und erhalten die Möglichkeit diese in der Schule auszuleben. Mehr Kultur in der Schule bedeutet aber auch, dass klassische Bildungsinhalte nicht zu kurz kommen. Entscheidend für die Jugendlichen ist eine Verknüpfung ihrer Interessen mit dem kulturellen Erbe Europas.
Zur Verwirklichung dieses Ziels fordern sie: Mehr echtes Leben in die Schule! Langfristige Zusammenarbeit mit außerschulischen Experten! Künstler als Lehrer! Mehr Vielfalt im Klassenraum!

Internationaler Austausch und interkulturelles Lernen ist den Jugendlichen sehr wichtig.
Sie wünschen sich mehr internationale Partnerschulen, mehr Stipendien für Auslandsaufenthalte, die an jeden Schüler unabhängig von seiner Leistung vergeben werden, mehr bilinguale Fächer und langfristig ein gemeinsames Schulsystem für Europa.

Ihre Ideen für mehr Bildungsgerechtigkeit und kulturelle Teilhabe in Schulen wollen die 100 Jugendlichen aus Europa weiterhin diskutieren und vertreten – auf mehr Jugendsymposien!

Konzeption und Realisierung

Projektschneiderei
Projektleitung: Christine Bargstedt

Auftraggeber

Stiftung Mercator

Kooperationspartner

Goethe-Institut

Projektlaufzeit

November 2009 bis Dezember 2010

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